Sei wer du bist!

Donnerstag, 26. Februar 2015

Morgentee



Es gibt ein Lokal mit Namen „Eyes of Buddha“. Dieses war bei unseren letzten Arambolbesuchen unser Stammlokal und war bekannt für den besten Fruchtsalat mit Müesli. Das Lokal hat den Besitzer gewechselt und ist nun meist leer. Jeden Abend, wenn ich am leeren Lokal vorbei laufe, werde ich von Mitgefühl gepackt und auch eine weit entfernte Erinnerung an unser Raclette-Lokal in Spanien kommt hoch. Warten, Hoffen und Gelassenheit üben oder frustriert sein....
Roland, frau glaubt es nicht, hat manchmal nostalgische Anflüge und wünscht sich ein Frühstück im „Eyes of Buddha“, also nichts wie los! Die strahlende Bedienung bringt uns den Tee und den Fruchtsalat mit Müesli. Roland wünscht noch Honig, worauf der junge unschuldige Mann in Indian-English meint: „If you want honey, why I not bring honey!“ (Wenn du Honig willst, warum sollte ich nicht Honig bringen!)Ich schaue etwas skeptisch in meine Teetasse und erkundige mich, ob es gefiltertes Wasser ist. Ein Lächeln huscht über sein Gesicht und er versucht, mir den Filter zu erklären. Er realisiert sofort, dass ich nicht viel verstehe und tröstet mich: „ If you ill, I call Ambulance!“ (Wenn du krank wirst, rufe ich die Ambulanz!) Ich lache schallend! Ist das nicht ermutigend? „Why you laugh?“ (Warum lachst du?) „Ich will nicht in die Ambulanz!“ Sein Schlusswort: Du solltest happy sein, wenn sich ein Mensch um dich kümmert!“Oh, gewiss, und auf meine Frage, ob er happy sei, antwortet er prompt: „I am always happy, without happiness, life is not god!“ Das ist der Mensch, der tagelang im leeren Lokal sitzt und offensichtlich nicht wartet, nicht hofft, nicht Gelassenheit übt und Frust nicht kennt. Er ist ganz einfach happy ohne alles!Ja, es ist wohltuend und so lehrreich einige Zeit in dieser Kultur des Nichts zu verweilen, selber in diesen Zustand zu kommen und die Denkstation zugunsten des einfachen Seins zur Ruhe zu bringen. I AM und trinke meinen Tee!(Leider kann ich keine Fotos lade, das Netz ist zu schwach.)

Sonntag, 1. Februar 2015

Reines Bewusstsein




Die Lösung ist nicht im Alltags-Bewusssein zu finden, das hat uns bereits Einstein gelehrt!




Es wird für mich immer klarer, dass wir aufgefordert sind, Verhocktes, Lebens-Muster, Vorlieben, Überzeugungen und Anhaften an solche nicht auf der polaren Ebene zu lösen.
Wir können die besten Bücher lesen, Kurse besuchen, Gurus wählen und uns vieles mehr im Marktangebot der Spiritualität einverleiben.Wir finden kurzfristig Erleichterung und fühlen uns besser. Länger anhaltend ist jedoch die Freude des Einheitsbewusstseins, jenseits der polaren Wahrnehmung: Die Loslösung, das heisst die Lösung von all diesen Verstrickungen! 
Grundverschiedenheiten, Alltagsstolpersteine und Besorgtheit gehören dem polaren Denken und Fühlen an und können durch Akzep-Tanz....(neue Tanzform hahaha)
integriert werden. Im Hintergrund dieser Verschiedenheit ist die Einheit. Die Ergänzung, die wir auf der irdischen Ebene vergeblich in Form von Partnern und in anderen Bereichen suchen, ist dort zu finden.
Wie finde ich dieses Einheitsbewusstsein?
Dieser Weg ist individuell, es ist eigentlich kein Weg, es ist eher ein Kippschalter, den du bewusst drückst. Wenn du einmal erfahren hast, dass durch diesen Schalter Licht im Raum erzeugt wird, wirst du nicht mehr im Dunkeln tappen wollen. Das Gefühl dieses Bewusstseins ist der GPS, dieses Gefühl findest du im Tanzen, Lachen, dich Vergessen, im Atmen, in der Dankbarkeit und der vollen Hingabe an den Moment. In diesem Gefühl findet die auch Sexualität ihre Formlosigkeit und entfaltet die Schwingen oder die Schwingung der gegenseitigen Erhöhung!

Aufmerksamkeit und Wachheit helfen mir, mich in diesem klaren, alles verbindenden Bewusstseins wahr zu nehmen, mich als Beobachter zu erleben, mich verbunden zu fühlen. Das ist hilfreich, wenn im Alltag Muster getriggert werden und meine Alltagspersönlichkeit aufs galoppierende Pferd aufspringt. 
Mein Sein im grossen Meer des Bewusstseins der reinen Liebe und Freude springt nie auf ein Pferd, es begleitet mich jedoch treu auf meinem Ritt und ist immer bereit mich aufzufangen wenn ich zu schnell reite.

In diesem Sinne wünsche ich einen rauschenden Ritt auf den Flügeln des Reinen Bewusstseins! 





Sonntag, 25. Januar 2015

Secondhand-Spiritualität




Grundsätzlich liebe ich Secondhand, es ist ein Vergnügen, in einer unbekannten Gegend  einen Secondhandladen zu besuchen. Auf einen Blick kann ich die Einrichtungen, die Gebrauchsgegenstände oder die Durchschnittsbekleidung der Bevölkerung erhaschen. Auch das Angebot der Bücher und DVDs sind ein Spiegel der Gegend.

Secondhandspiritualität ist was Ähnliches. Jemand erzählt mir, dass es schlecht sei, gebrauchte Bücher oder Gegenstände zu gebrauchen, denn da stecken Energien drin, vielleicht schlechte Schwingungen, üble Gedanken, Vampire und dergleichen. Ich halte  grundsätzlich alles für möglich und trotzdem ergibt es für mich keinen Sinn, solchen Fremderfahrungen Glauben zu schenken. Dasselbe geschieht mit all den Essenstrends in unserer Gesellschaft, dies nicht und das nicht nur weil ich es gelesen oder gehört habe?
Irrationalem Glauben schenken? Andere im Reproduzieren von Einschränkungen unterstützen und mich zugleich limitieren? 
Wie steht es da mit der Erkenntnis: Alles ist göttlich? Geist über Materie? Vielleicht auch nur angelesen und noch nicht erfühlt?

Ich verlasse mich auf mein Gefühl und vor allem auf meinen Körper und den gesunden Menschenverstand.. Tatsächlich hat mein Körper mir auch ein paar Einschränkungen auferlegt, welche ich hier nicht verrate, denn sonst setze ich wieder ein Glaubensmuster in die Welt.  
Ersthand-Glaubensmuster sind unsere Erfahrungen gewürzt mit Emotion. Sie bleiben ureigene Erfahrungen, welche in unserem Körper dank einem passenden Gefühlscocktail abgespeichert sind. Die Erinnerung an sie steht uns immer zur Verfügung, leider auch wenn sie nicht mehr hilfreich sind.
Es ist normal, seinen Computer upzudaten, den alten Schwingbesen durch eine Küchenmaschine zu ersetzen und seine Garderobe zu erneuern, mit den Überzeugungen jedoch tun wir uns schwer, denn sie geben uns Identität und Glaubwürdigkeit - wer will das schon nicht!?
Es erfordert Disziplin und Klarheit diese eingegrabenen unnötigen Muster auszumerzen, es braucht Intention und dann die volle Aufmerksamkeit aufs Neue gewürzt mit der Vorfreude aufs Resultat. Es ist wie wenn du einen Kuchen backst. Der herrliche Duft aus dem Ofen verspricht einen wunderbaren Kuchen, da denkst du sicher nicht mehr ans trockene Mehl! 
Was du tust oder auch nicht tust, geniesse es! Was du glaubst oder auch nicht glaubst, vergiss es!

Dienstag, 6. Januar 2015

Bettenbezug


Seit 120 Nächten bin ich von Vancouver nach Seattle, Mount Shasta, Ashland, Berkeley, Los Angeles, Kauai, Honolulu und Sydney unterwegs und ich habe in 30 verschiedenen Betten geschlafen oder gewacht.
Betten werden immer mit Müdigkeit bezogen, das ist gut, denn so sind die Dankbarkeit und Akzeptanz inniger und grösser.
Betten werden auch mit Stoffhüllen bezogen, darüber bin ich äusserst froh. Manchmal duften die Hüllen besser als das Bett. Sie überdecken immer die Spuren des Schlafens und täuschen Frische vor.
Ein Bett mit einem Deckbett von 2 Meter Breite zu beziehen ist einladend, kann aber auch verflixt sein. Ich brauche einen Gehilfen , der sich auf ein Möbel stellt, um die Ecken richtig zu positionieren. Ist die Hülle erst rechts rum kommt es verkehrt raus, das heisst ich stülpe die Hülle von rechts nach links, und freue mich an der richtigen Seite wenn das Bett fertig bezogen ist.
Oft sind Betten auch bereits bezogen, das ist in öffentlichen Schlafgemächern der Fall. Ich bin froh, denn so komme ich mit dem Bettinhalt gar nicht in Kontakt und ich erfreue mich an den schönen Bezügen. Unter uns gesagt, ich schleppe seit 100 Nächten überglücklich mein eigenes Kopfkissen mit Anzug mit mir. Bücher mussten weichen um das Gewicht im Koffer aus zu gleichen, schlussendlich dienen Kissen und Bücher dem Kopf. Du meinst vielleicht, ich sei kompliziert, das ist nicht der Fall. 


Mein Kopfkissen hat mir während drei Nächten auf dem Boden auf einer Yogamatte gedient. Das ist das Schlaf-Illusion-Yoga! Solche Nächte befriedigen meinen Hang zur Askese.
Ist der Bezug des Bettes klar, beziehe ich selber das Bett. Unter dem Leinen wartet der Überraschungseffekt der Matratze auf mich. Da gibt es Trampolinmatratzen mit der Hochspickwirkung wenn sich Roland dreht. Es gibt Fakirmatratzen, die spüre ich meist gar nicht. Ein Extra in der Matratzenlandschaft ist die Muldenmatratze, sie gehört eigentlich auf die Mulde. Ich glaube du weisst was ich meine! Sie bildet diese unwiderstehlich anziehende Mulde in der Mitte. 

Nicht zu vergessen ist die aufblasbare Doppelmatratze mit elektrischer Pumpe aus dem „Walmart“ für 50 Dollar, welche wir im Zelt und vor allem im Dodge Van genossen. Sie ist der Hit, anpassbar, luftig, rein! 

Es war eine kleine spirituelle Übung des Nicht-Anhaftens, diese Matratze am geeigneten Ort zu verabschieden, zudem hätte ich meinen Koffer leeren müssen um sie einzupacken.





Zurzeit liege ich auf einer erstklassigen ganz neuen Matratze und ich schlafe bereits ein bisschen vor, denn Indien steht vor der Tür.
Haus-Sitting in Sydney
Namaste Christina